Frauen waren und sind in der Kirche schon immer als «Mitarbeiterinnen» sehr willkommen. Sie dienen als geistliche Begleiterinnen, haben verantwortungsvolle Positionen in Schulen und Universitäten, sind in katholischen Hilfsorganisationen, in Kindergärten, der Altenpflege und in vielen weiteren Bereichen tätig und unterstützen so die Sendung der Kirche in ganz vielen Bereichen.
Es gibt jedoch einen Bereich, der Frauen verschlossen bleibt. Der Priesterdienst und damit die zentrale Bedeutung der Eucharistie ist aufgrund ihrer ehelichen Symbolik ausschließlich geweihten Männern vorbehalten. Die Tatsache, dass Frauen nicht zur Priesterweihe zugelassen werden, ist daher kein soziologisches, politisches oder diskriminierendes Problem.
Die Eucharistie ist das vorweggenommene Hochzeitsmahl des Lammes (Offb 19:19). Sie ist der sakramentale Akt, in dem Christus sich selbst als Bräutigam seiner Braut, der Kirche, hingibt. Ein solcher Akt innerhalb der Messe ist denen vorbehalten, die Christus erwählt hat, seine selbsthingebende Liturgie fortzuführen, und zwar jenen, die das natürliche Symbol des christologischen Hochzeitsaktes vermitteln, nämlich den geweihten Männern.
Die drei Weihegrade – Diakonat, Priestertum und Bischofsamt – versinnbildlichen den einen Christus in der Darbringung seines Leibes in der Messe. Alle drei Weihegrade empfingen die Apostel beim Letzten Abendmahl von Jesus im Obersaal.
Die Tradition des vermittelten Wesens des Sakraments ist es, die den Kleriker mit Christus so vereint, dass er in Christi Person (Priester) handeln oder seinen Dienst (Diakon) ausüben kann. Die Geistlichen sind es, die das Geheimnis der bräutlichen Liebe Christi bereitwillig in sich aufnehmen und es als ihr neues Leben annehmen. Diese bräutliche Liebe kommt besonders in der Heiligen Messe zum Ausdruck. In der eucharistischen Liturgie wird Christus dem Vater dargebracht und im Gegenzug in Wort und Sakrament seiner Braut, der Kirche, in Fülle geschenkt (als „Leben in Fülle“, Joh 10:10).
Die Heiligen Weihen sind eucharistisch geprägt, spirituell fruchtbar und männlich. Viele widersprechen dem heute und argumentieren, dass es in der Eucharistie um den „auferstandenen Christus“ gehe und Christi leibhafte Selbsthingabe als Bräutigam daher transzendiert sei. Männer wie Frauen können sich Christus vorstellen, wie er vom Altar aus die Erlösung anbietet, da Christus nicht mehr „männlich“ sei. Die Annahme, Christus besitze im auferstandenen Zustand noch seinen männlichen Leib, sei „ein naiver Physikalismus, der den auferstandenen Christus einschränkt“, argumentiert die amerikanische Theologin Phyllis Zagano in ihrer „Übersicht über vatikanische Studien zum Diakonat der Frauen“.
Diese Argumentation entspringt dem feministischen Denken einer Theologin, die mit aller Gewalt eine Erlaubnis zur Weihe von Frauen herleiten will. Doch man kann nur erwidern: Gibt es denn keine Kontinuität zwischen dem göttlichen Bräutigam am Kreuz, der seinen Leib hingab, um seine Braut zu heilen und zu erlösen, und demselben göttlichen Bräutigam, der in Herrlichkeit auferstanden ist? Tatsächlich ist die Kontinuität zwischen den beiden Ereignissen der eine Mann. Zerreißt man die Kontinuität zwischen dem einen Gottmenschen, der stirbt und aufersteht, so gibt es keine Erlösung, keine Versöhnung zwischen Menschheit und Gott. Die in der Messe angebotene Erlösung wird dadurch real, dass sie von Jesus Christus, dem Mann von Nazareth, dargebracht wird – Mensch und Gott zugleich, geboren von einer Frau. Das ewige Leben, das dem Leib seiner Braut in der Messe zuteil wird, ist möglich, weil in ihm eine ununterbrochene göttlich-bräutliche Identität besteht: Er starb, um Leben zu geben, und erstand, um Leben zu empfangen. In der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist ein menschlicher, männlicher Leib mit Wunden gegenwärtig. Dass Christus ein liebender Bräutigam war und ist, machte ihn nicht geschlechtsneutral. Christus ist männlich, die Kirche ist weiblich. Sie antwortet auf die Gabe Christi und empfängt die Erlösung durch seinen hingegebenen Leib.
Feministinnen betonen, dass Frauen Christus abbilden können. Selbstverständlich; jede heilige Frau, die heute lebt, und jede kanonisierte Heilige der Geschichte wurde eins mit dem Leib ihres Bräutigams, den sie in der Messe empfing. Sie wurden zu dem, was sie liebten, und spiegelten ihn in ihrer Nächstenliebe wider. Doch Frauen können im Rahmen des „Hochzeitsmahls des Lammes“, der Eucharistiefeier, keinen Mann abbilden. Diese Liturgie ist eine Hochzeit und braucht daher eine Braut und einen Bräutigam – nicht zwei Bräute.
„Lass unseren Bräutigam auf dem Holz seines Brautgemachs emporsteigen; lass unseren Bräutigam auf dem Holz seines Ehebettes emporsteigen. Lass ihn im Sterben entschlafen. Lass seine Seite sich öffnen und lass die jungfräuliche Kirche hervorkommen“, verkündete der heilige Quodvultdeus. In der sakramentalen Feier der göttlichen Selbsthingabe auf dem „Hochzeitsbett“ des Kreuzes kann nur ein Mann diese Handlung angemessen abbilden. Der männliche Leib repräsentiert am besten die eine heilige Männlichkeit Christi und seine eheliche Handlung der Selbsthingabe. Diese Handlungen sind so tiefgründig und geheimnisvoll, dass drei Weihegrade notwendig sind, um sie zu erfassen. Bischof und Priester verkünden Tod und Auferstehung Christi am Altar, doch erst der Diakon verleiht dem Herzen des Erlösers Ausdruck, indem er das Evangelium verkündet: „Wenn die Heilige Schrift in der Kirche gelesen wird, spricht Gott selbst zu seinem Volk, und Christus, gegenwärtig in seinem eigenen Wort, verkündet das Evangelium“. Und wenn kein Diakon in der Messe anwesend ist, trägt die diakonale Weihe des Priesters, die in sein Priestertum übergeht, diese Stimme zur Gemeinde.
Die Vereinigung des männlichen Klerikers mit der christologischen Messe, die seine radikale Selbsthingabe an die Kirche verkörpert, ist das unumstößliche Symbol der Heiligen Weihe. Alles, was das heterosexuelle Symbol von Braut und Bräutigam zerstören würde, greift den Kern der Schöpfung, die Inkarnation und das ursprüngliche Symbol der Ehe an.
Die Eucharistie ist nicht dazu da, soziales Unrecht gegenüber Frauen zu sühnen. Sie ist vielmehr Ausdruck der ehelichen Liebe Christi, der seinen Leib denen schenkt, die er liebt, bis zum Ende (Joh 13:1). Natürlich erklärt diese Hochzeitssymbolik nicht vollständig, warum nur Männer zum Priester geweiht werden können. Vielen genügt der Hinweis, dass die zwölf Apostel Männer waren. Ich glaube jedoch, dass die Betrachtung des ehelichen Aspekts des Hochzeitsmahls des Lammes tiefere anthropologische, kirchliche und sakramentale Gründe für die Wahl des Herrn offenbart. Der heiratsgleiche Charakter der Eucharistiefeier ist deshalb unbestreitbar und es sind die Männer in den heiligen Weihen, die diese mystische Wahrheit für die Kirche sichern.
